Ostern naht, und jeder macht sich so seine Gedanken, welcher Braten
denn nun wieder im Rohr oder am Tisch (somit eindeutig verständlich)
landen wird. ©2007 studio 10 | die markenpioniere
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Und gerade diese Zeit, in der die Motive, die unschuldigen Bilder wie
Kaninchen - Lämmer - Hühner - Eier in unserem Kopf auch so
herumschwirren, meinen es die Gazetten wieder gut mit mir.
Klar, Weihnachten geht ja nicht, weil eine dumme Gans hat ja nichts mit einem "Jesukindlein" zu tun. Jetzt kulinarisch......
Warum? Sie liefern mir Stoff für Ihren Genussletter. Stoff, sich kritisch mit der kulinarischen Weltlage auseinander zu setzen.
Um den vorigen Gedanken nochmals zu beleuchten. Es ist auch wieder richtig:
Ostern hat im tiefen Sinn auch nichts mit den Tieren am Hut. Jetzt im
religiösen Sinn. Wer denkt denn schon bei Weihnachten und Ostern zuerst
an unsere "geistliche Kultur"?........
Ostern hat aber mehr damit zu tun. Nach der Fastenzeit, die wir alle
mit vollem Geist, Mut und Frommheit durchgezogen haben, ist die Zeit
reif für Völlerei. Zu Recht, dass ich nicht lache.
Und was kommt dann ins Rohr?? Richtig - Kaninchen, Lamm, Huhn, Fisch, all das. Auch zu Recht!
Einen Haken hat die Geschichte: Wir alle wollen glückliche, biologisch
aufgezogene Produkte zu uns nehmen. So wird uns das halt überall
verkauft. Auch von meinen Kollegen in der Küche, in den Restaurants.
Nur so viel gibt es gar nicht von diesen fröhlichen Spinatblättern,
Karotten (die hat alle der Hipp), Eiern und dergleichen, dass wir alle
damit satt werden könnten.
Fisch das gleiche, die Meere sind leer gefischt! Also was macht man, man züchtet sie.
Fleisch, Huhn ebenfalls. Wenn Sie nicht in der Lage sind, diese direkt beim Erzeuger, sprich Bauern zu kaufen. Für Sie, privat!
Vorgestern stand in der Zeitung "Die Presse" ein Bericht über die
größten Köche des Landes, wer welche "unsauberen" Produkte von der
Karte nimmt:
Einer, nebenbei mein Lehrmeister, hat dies mit dem Thunfisch so
gehandhabt. Sehr gut! Bei der Frage, wie er es mit der Gänsestopfleber
hält, bekommen wir zur Antwort: Da hat er einen Bauern in Ungarn,
dessen Gänse sich selbst stopfen, mit Mais selbstverständlich....
Eine andere Spitzenköchin geht von Bauer zu Bauer und holt ihre Eier
ab. Der Saibling ist immer nur aus der warmen Mandling (ein Rinnsal)
vom Mann selbst gefischt.....
Ich erspare Ihnen jetzt weitere Geschichten über diesen verkauften Blödsinn.
Wir sollten uns dazu bekennen, dass es manche Dinge im Biobereich gibt.
Vieles aber nicht. Das ist die Realität, und den Kollegen sei gesagt,
es gibt noch Beichttermine vor Ostern.
Ihnen schöne, friedliche und gesunde Ostern!
Ihr Klimakoch
Sepp Schellhorn
SEPP SCHELLHORN ORIGINALREZEPT:
LAMMRÜCKEN IN DER RUCCOLAKRUSTE MIT GRÜNEN FISOLEN UND MAIS
2 Lammrückenstränge mit Rippenknochen á 360 g
Olivenöl zum Braten
Salz, Pfeffer
Knoblauch in der Schale
Thymian
Dijonsenf
Butter
Balsamicoessig
200g Breite Bohnen - Fisolen
100g Mini Mais
Rindsuppe oder Gemüsefond
Ruccolakruste:
100g getrocknetes Weißbrot - Toastbrot ohne Rinde
1 Knoblauchzehe, geschält
50g Ruccola, fein gehackt
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